Episode Transcript
[00:00:06] Speaker A: Welcome to Smart in the City, the BABLE Podcast where we bring together top actors in the Smart City arena, sparking dialogues and interactions around the stakeholders and themes most prevalent for today's citizens and tomorrow's generations.
I am your host Tamlin Shimizu and I hope you will enjoy this episode and gain knowledge and connections to accelerate the change for a better urban life.
Smart in the City is brought to you by Babel Smart Cities. We enable processes from research and strategy, development to co creation and implementation to learn more about us. Please visit the Babel Platform at Babel Dash SmartCities EU.
This episode is part of our multilingual series hosted in a variety of languages by experts from the Babel Smart Cities Team who are fluent. In the language of the episode. We want to reach people across different regions, so don't be surprised when you see different languages popping up. Without further ado, I hand the mic to the host of the day.
[00:01:06] Speaker B: So, einen wunderschönen guten Tag allerseits und herzlich willkommen bei Smart in the City.
Heute sind wir in Luxemburg, ganz in der Nähe der Gemeinde Leudelonge, wo kürzlich eine lokale Abstimmung stattfand, die ganz besonders zum Thema Mobilität, Verkehrssicherheit und Lebensqualität war und dort auch viele Diskussionen ausgelöst hat. Ich bin sehr froh, dass wir heute gemeinsam mit Lou, dem Bürgermeister, hier sitzen und ich habe heute einen tollen Co Moderator hier mit mir, den Mika Michael Agostini. Er ist Lead Consultant bei Drehs Sommer hier in Luxemburg, einer unserer Partner, mit dem wir viele öffentliche und private Kunden gemeinsam unterstützen, vor allem in den Bereichen Gebäude, Infrastruktur und Mobilität. Mika, schön, dass du da bist.
[00:01:56] Speaker C: Vielen Dank, Alex. Und dann würde ich auch den Alex hier kurz vorstellen. Alexander Schmid, Gründer und CEO von Babel Smart Cities.
[00:02:09] Speaker B: Ich freue mich sehr, dass wir heute hier gemeinsam sind. Willkommen auch ganz besonders an unseren Ehrengast Lou. Schön, dass du da bist.
[00:02:17] Speaker D: Ja, danke für die Einladung.
[00:02:19] Speaker C: Ja, du bist 33 Jahre jung, Bürgermeister von der Gemeinde Leudlonge und außerdem auch noch Vorsitzender der Jungen Liberalen hier in Luxemburg.
Kannst du uns vielleicht zu Beginn vielleicht ein bisschen etwas über dich erzählen? Also wie bist du dazu gekommen, in so einem jungen Alter doch schon Bürgermeister von einer Gemeinde wie Lötlor zu werden? Und was waren eigentlich da deine initialen Ambitionen, um überhaupt, ich sag mal, in die Politik zu gehen und dann speziell noch mal nach Lödela?
[00:03:00] Speaker D: Politisch interessiert war ich schon immer schon in einem ganz jungen Alter, habe mich dann auch in Vereinen engagiert, wie zum Beispiel den Pfadfindern. Ich habe Beispiel zum zusammen mit Freunden den lokalen Hallenfussballclub gegründet, war dann auch im Schülerrat und später im Studentenverein der Luxemburger Studenten. In München war ich Präsident und ich hatte schon länger die Idee, mich auch politisch zu engagieren, auch gemeindepolitisch zu engagieren und dann, als 2017 die Gemeindewahlen anstand. Und ich gefragt wurde, ob ich denn meine Mannschaft in den Gemeindewahlen unterstützen wollte, dann habe ich da auch zugesagt, wurde auch auf Anhieb in den Gemeinderat gewählt, habe dann sechs Jahre lang auf der Oppositionsbank gesessen, Es waren fünf in der Mehrheit und wir waren zu viert in der Opposition, das heißt, es war ein knappes Wahlergebnis. Und damals 2017 habe ich dann den Entschluss gefasst für mich, dass ich die Sechsaria benutzen würde, um mich erstens mal einzuarbeiten in die Gemeindepolitik und zweitens dann auch mich, mich und mein Team bekannter zu machen, um dann 2023 wo dann die nächsten Wahlen stattfanden, eine reelle Chance zu haben auf das Bürgermeisteramt, weil es ist, wenn man in der Verantwortung ist, dann hat man erst die Möglichkeit, wirklich was umzusetzen in der Politik und das hat dann auch 2023 dementsprechend geklappt und bin dann eben jetzt seit 1. Juli 23 Bürgermeister in Le Delonge.
[00:04:37] Speaker B: Doch noch ein bisschen was zu deinem Werdegang auch. Was hast du denn studiert? Was waren denn so deine Wege hin zum Bürgermeisteramt? Was hast du denn sonst noch so gemacht?
[00:04:47] Speaker D: Ich habe Abi im Bereich Mathematik, Informatik gemacht. Also das waren meine Schwerpunkte. Danach bin ich nach München auf die Technische Universität München gegangen, habe dort Maschinenbau studiert, zuerst mit dem Schwerpunkt Fahrzeugtechnik.
Als ich dann aber mit der Zeit festgestellt habe, dass Fahrzeugtechnik in Luxemburg nicht inexistent aber doch, wir haben ja keine großen Fahrzeughersteller in Luxemburg, sodass ja dann wäre eher der Weg ins Ausland gewesen. Aber weil ich ja Politik machen wollte, war es klar für mich, dass ich zurück nach Luxemburg kommen würde, habe mich dann eher Richtung Maschinenbau und Management spezialisiert und habe dann anschließend aber noch Praktikum in der Beratung gemacht und und habe auch noch ein Auslandsjahr in Brighton gemacht, wo ich Management and Finance studiert habe, ein Jahr lang, war auch ein halbes Jahr lang während dem Bachelor in Birmingham habe ich auch Erasmus gemacht und habe dann nach dem Studium angefangen in einem Ingenieurbüro für Haustechnik zu arbeiten. Da hat man mir sehr schnell Projekte von Gemeinden anvertraut, weil ich sowieso gemeindepolitisch aktiv war und auch dann die Bedürfnisse und Wünsche der Gemeinde dann gut kannte. Und das hat dann gut gepasst und das habe ich bis 2024 gemacht. Das heißt, ich habe noch ein Jahr parallel Bürgermeister und Ingenieurbüro gemacht und bin aber seit Mitte 24 dann hauptamtlich als Bürgermeister tätig.
[00:06:28] Speaker C: Wir haben eine Teaser Frage vorbereitet und die lautet, wenn du eine Superkraft hättest, die dir bei der täglichen Arbeit helfen würde, welche Superkraft würdest du dir dann wünschen?
[00:06:45] Speaker D: Das ist eine sehr gute Frage. Vielleicht.
Sich alles merken und einen Outlook im Kopf haben, wo man sicher ist, dass man gar nichts mehr vergisst und und an alles denkt, das wäre schon genial. Klar, als Politiker muss man auch so an alles denken, auch ohne Superkraft, aber irgendwas fällt dann trotzdem immer unter den Tisch. Aber das wäre schon eine gute Sache.
[00:07:12] Speaker C: Also sowas wie so ein Neuralink, der sich dann bei dir im Kopf.
[00:07:19] Speaker D: Mit.
[00:07:19] Speaker C: KI quasi dann noch einen Computer dazu gibt, damit du wirklich den den absolut perfekten Bürgermeister.
[00:07:30] Speaker D: Das geht ja schon in Richtung Science Fiction, was auch noch vielleicht eine Superkraft wäre. Zeitreisen, damit man mehr Zeit hätte, um alles fertig zu machen. Die Bürgermeisterin der Hauptstadt, die das schon seit längerem macht, hat mir mal gesagt, dass die noch keinen einzigen Tag hatte, wo die nach Hause gegangen ist und sich gesagt hat, ich bin fertig für heute. Das gibt es als Bürgermeister einfach nicht. Das hat alles seine Vor und Nachteile.
[00:07:57] Speaker B: Wollen wir ein bisschen über die Gemeinde sprechen, über die Gemeinde Leuder Lounge, eine ganz besondere Gemeinde hier in Luxemburg. Kannst du vielleicht auch mal kurz ein bisschen erklären. 2500 Einwohner. Ich weiß nicht, ob alle unsere Zuhörer wissen, dass überhaupt das Land Luxemburg mehrere Gemeinden hat. Kannst du vielleicht ein bisschen erzählen und auch was die Gemeinde so besonders macht. 2500 Einwohner, hatte ich gerade schon gesagt. 2800 2800 Super. Immer die besten Zahlen natürlich als Bürgermeister. Grandios.
[00:08:28] Speaker D: Und über Arbeitsplätze, wie viele sind es genau? Ja, über Arbeitsplätze, das ist immer schwer zu schätzen, aber es sind fast und da werden auch noch einige hinzukommen in den nächsten Jahren.
Sonst ja, wie gesagt, 2800 Einwohner, das heißt, wir haben viermal so viele Arbeitsplätze wie Einwohner. Wir sind eine Gemeinde am Rande der Hauptstadt, dadurch auch verkehrstechnisch viel frequentiert werden, auch eine Tramstation bekommen ab dem Jahr 2031.
Wir versuchen als Gemeinde auch ein Fahrradnetzwerk jetzt auszuarbeiten und sehr viel im Bereich Verkehrsberuhigung zu machen, eben gerade weil wir so viele Durchgangsverkehr haben. Wir sind auch in dem Sinne eine sehr attraktive Gemeinde, weil wir doch einen sehr ländlichen Charakter haben und die Leute sehr sich bei uns sehr sehr wohl spüren und eben kein Großstadt Feeling haben. Es gibt viele Leute, die das suchen, aber es gibt auch sehr viele, die das nicht suchen und trotzdem binnen 10 Minuten in Luxemburg statt. Sind, sei es für Schule, Freizeit oder eben auch zum Arbeiten. Und deshalb bieten wir in Lo das Beste aus zwei Welten.
[00:09:41] Speaker C: Du hast ja jetzt eigentlich schon gesagt, die Industriezone, die wird noch weiter wachs, also wenn noch mehr Arbeitsplätze in stehen, aber auch das Bevölkerungswachstum da, das wird sich ja in den nächsten Jahren auch noch mal verdoppeln, was die was die Einwohneranzahl angeht.
Du hast gesagt, also du hast eine wichtige Veränderung jetzt schon angedeutet, also es wird irgendwann eine Tramstation gehen. Was sind denn eigentlich noch so Veränderungen, die ich sag mal auf die Gemeinde zukommen und was sind die Investitionen, die ihr da noch tätigen werdet, um eben dieses Wachstum dann auch zukünftig bewältigen zu können?
[00:10:21] Speaker D: Also erst einmal gesagt, diese quasi Verdoppelung der Einwohnerzahl, das wird in den nächsten 10 bis 20 Jahren, wird das langsam aber sicher der Fall sein. Wir versuchen zuerst mal die neuen Viertel gut zu integrieren, dass man da jetzt nicht neben das Dorf eine Stadt baut.
Gut zu integrieren heißt auch, dass wir wegkommen von diesem Jede Wohnung muss zwei Stellplätze haben, jede Familie muss zwei Autos haben. Nein, jede Familie m will nicht zwei Autos haben. Wir müssen auf den Weg kommen, dass wir die Leute mehr auf die sanfte Mobilität überbringen. Das heißt, ich habe schon das Radwegenetz angesprochen, das heißt, wir investieren auch viel oder unsere städtebaulichen Regelungen gehen auch dahin, dass das Fahrrad der Vorrang zum Auto hat und einfach zugänglich ist, damit die Leute das eben auch nutzen. Dazu kommt auch eine gute Anbindung an den öffentlichen Transport, Stichwort Tram. Und was auch ein sehr großes Projekt ist, ist unsere Neugestaltung des Dorfkerns. Aktuell ist der Loidlinger Dorfkern quasi tot. Da gibt es zwei Gaststätten und einen Friseursalon. Das war's. Was die Leute aber wollen, die wollen nicht mehr jede Woche in den Supermarkt fahren müssen mit dem Auto. Nein, die Leute wollen lokal einkaufen, wollen wir Einkaufsmöglichkeiten schaffen, wir wollen eine Apotheke schaffen, auch zusätzliche Gaststätte unten ein medizinisches Zentrum, wo wir rund zehn Ärzte haben, damit auch da wir Richtung perfekte öffentliche Nahversorgung hinkommen. Und dieser neue Dorfkern, der soll auch verkehrsberuhigt sein, das heißt, es werden keine Bürgersteige mehr da sein.
Alles wird sogenanntes Shared Space ausgeführt, wo eben Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer Hand in Hand zusammen auskommen und jeder auf den anderen aufpasst. Das hat eine Nachbargemeinde vor über 10 Jahren damit angefangen. Und das kommt jetzt mehr und mehr in Luxemburg. Und wir wollen da auch wirklich ein Projekt haben, wo man auch, was wirklich ein Referenzprojekt auch in Luxemburg sein wird.
[00:12:32] Speaker B: Super spannend, Also eine Verdopplung der Einwohnerzahl geplant und gleichzeitig dieser Umbau der des Dorfkerns, der das Ganze auch noch mal verschönern soll. Ich fand den Kern, wir waren ja auch gemeinsam dort schon mehrmals eigentlich auch schon schön. Es sind sehr schöne Ortsleute, Lounge sind ganz schön viele Projekte sind große Themen auch, die du da anstehst. Erzähl uns mal auch zu deinem Team in der Gemeinde eigentlich eine kleine Gemeinde hast du, wie viel kannst du da auch intern leisten mit deinem Team? Zu welchen Themen holst du dir für diese Investitionsagenda auch Unterstützung?
[00:13:10] Speaker D: Also ganz klar, wir haben ein gutes Team, was wir auch aufgestockt haben über die letzten zwei Jahre, um eben all diese Projekte bewältigen zu können.
Wichtig ist, unentbehrlich ist natürlich auch die Zusammenarbeit mit externen Büros, sei es Architekten, sei es für Haustechnik, Straßenbahn, Mobilitätsplaner. Das heißt, unser internes Team sorgt hauptsächlich dafür, dass die Planer die notwendigen Informationen bekommen, dass auch unsere Mitarbeiter sind, auch die Schnittstelle zwischen Politik und den externen Büros. Und so versuchen wir das alles unter einen Hut zu bekommen.
[00:13:54] Speaker B: Darf ich noch mal ganz offen fragen, weil das immer auch, glaube ich, spannend ist für unsere Zuhörer. Wie groß ist dein internes Team und wie ist da so die Arbeitsaufteilung?
[00:14:01] Speaker D: Also Mitarbeiter haben wir knapp 35 insgesamt, dazu zähle ich dann aber alles, wobei man aber wiederum sagen muss, vieles ist auch outgesourct. 35 sind wirklich nur die, die direkt bei der Gemeinde angestellt sind. Jetzt im administrativen Bereich sind es um die sind es gut 15 Leute und dann im technischen Bereich sind wir aktuell zu acht Leuten, die da in dem in dem Bereich arbeiten Und da gibt es da gibt es sowohl ein Facility Management Team, was sich um den Unterhalt der Gebäude kümmert. Da gibt es aber auch vier Ingenieure aktuell und zwei Architekten, die Ingenieure, die sich um Projekte wie Straßenbau kümmern oder auch alles was Klimaschutz ist, um unsere Gebäude, die wir bereits haben, nachhaltig umzubauen mit erneuerbaren Energien zu heizen und dann die Architektin, die sich die beiden Architekten, die sich einerseits um die Baugenehmigung kümmern. Sehr wichtiges Thema, wenn man wächst und andererseits aber auch um die architektonische Qualität der Projekte der Gemeinde kümmern und diese auch betreuen.
[00:15:09] Speaker C: Du hast es vorher angeschnitten. Also Mobilität ist eines deiner Hauptsteckenpferde, würde ich mal so sagen. Zumindest in dem ersten Teil deiner Mandatsperiode wurde jetzt Bürgermeister bist du hast ein Referendum abgehalten.
Ich glaube es ist noch nicht mal einen Monat her in Lounge, wo du deine Einwohner gefragt hast, ob die gesamte Ortschaft eine er Zone werden soll. Also bevor wir vielleicht jetzt auf das Resultat eingehen, was hat dich eigentlich dazu bewegt, diese Entscheidung zu treffen? Also diese Frage einer öffentlichen Abstimmung eigentlich.
[00:16:00] Speaker B: Bereitzustellen, passiert nicht so oft in Luxemburg.
[00:16:04] Speaker D: Diese Referenden sozusagen In der Tat, das ist eher selten. Also ich bin ja seit 2017 politisch aktiv und ich glaube da wird auch jeder Gemeindepolitiker mir zustimmen. Das Thema, auf das ich am meisten angesprochen werde, das ist nicht Wohnungsbau, das ist nicht Umwelt, sondern das ist die Mobilität. Zu viel Verkehr, zu schnell, zu wenige Parkplätze, zu viele Parkplätze.
Und als dann ich 2023 Bürgermeister geworden bin, da kam auch parallel, das war jetzt eher Zufall, eine Neuerung von Seiten des Mobilitätsministeriums, was nämlich erlaubt hat, Straßen jetzt nicht als Überlandstraßen klassiert waren, dass man die komplett auf 30 km h runtersetzt, sofern sie dann innerort sind Und in Lüdela hatten wir keine die Autobahn ja, aber die ist ja sowieso nicht, war nicht betroffen, hatten wir keine Straße, die jetzt dafür gedacht war von A auf B zu kommen, sondern nur Straßen, die dazu gedacht waren, damit die Leute, die dort arbeiten und dort wohnen, zu ihrem Arbeitsplatz oder ihrer Wohnung kommen. Dadurch gab es überhaupt mal diese Möglichkeit, die es vor fünf Jahren noch nicht gab, wirklich eine Straße komplett auf 30 km h zu reduzieren. So, wenn man jetzt so eine Maßnahme durchführen will, dann braucht man den Rückhalt in der Bevölkerung. Warum? Weil es eine so, es ist schon eine radikale Maßnahme, sag ich mal, die auch jeden, wirklich jeden betrifft. Und es ist auch eine Maßnahme, die man nicht von heute auf morgen umgesetzt hat. Und das war auch das, was wir gesagt haben, das wird rund zehn Jahre dauern, weil es geht ja nicht darum, die Schilder auszutauschen, das reicht bei weitem nicht aus, sondern man muss die notwendigen Umbaumaßnahmen machen, Straßen verengen, man muss Höcke einbauen, man muss sich den Straßenverlauf auch teilweise neu überlegen und die Mandatsperiode, die dauert noch vier Jahre. Das sind deutlich weniger als diese 10, die es dafür benötigt hätte. Und hätte man jetzt kein Mandat von den Bürgern eben per Referendum, dann wäre es sehr einfach für einen eventuellen Nachfolger zu sagen, okay, wenn ihr mich wählt, dann mache ich das Ganze rückgängig oder auch unabhängig davon, was er im Wahlkampf sagt, er könnte das trotzdem dann stoppen. Nicht die Straßen, die bereits umgebaut sind, aber die, die noch nicht umgebaut sind, ist dann so belassen und das hätte keinen nachhaltigen Effekt, sodass aber mit einem Referendum wäre das schon deutlich schwieriger geworden, da zu sagen, okay, das ist mir egal, was damals abgestimmt wurde, ich setze mich darüber hinweg und deshalb wollen wir ein breites Mandat von der Bevölkerung haben, um so eine radikale Maßnahme umzusetzen.
[00:18:52] Speaker B: Dann erzähl uns doch mal vom Ergebnis, was ist denn rausgekommen und was hast du da am Ende auch vom Ergebnis und vom Prozess her auch gelernt?
[00:19:00] Speaker D: Das Ergebnis war 55 Prozent der Leute haben mit Nein abgestimmt. Was habe ich daraus gelernt? Also so ganz das bedeutet, es wird.
[00:19:11] Speaker B: Keine er Zonen in, das heißt, das.
[00:19:14] Speaker D: Dorf wird nicht komplett auf 30 reduziert. Wir haben ja schon vorher über die Neugestaltung des Ortskerns gesprochen, Das haben wir auch klar kommuniziert, dass der Ortskern, der wird auf 20 km h reduziert werden. Das war also jedem, der sich etwas informiert hat, klar, dass das so oder so kommen wird. Das war auch unser Hauptprojekt in unserem Wahlkampf und dafür hatten wir ein Mandat, um das und das das umzusetzen und natürlich auch kurze Strecken vor dieser ER Zone werden auch auf 30 runtergesetzt, weil man nicht von 50 direkt auf 20 km h runtergehen kann. Das heißt aber, dass wir eben keine durchgängige ER Zone haben werden. Das heißt nicht, dass wir keine Verkehrsberuhigungsmaßnahmen durchführen werden, weil das war auch, was wir in Gesprächen und dazu, jetzt komme ich dazu, zu der Frage, was habe ich aus dem, aus diesem Ergebnis und aus der Vorbereitung oder dem Wahlkampf, wenn ich das mal so nennen darf, gelernt. Die Leute sind nicht gegen Verkehrsberuhigung. Die Leute hatten Angst oder haben gefürchtet bzw. Wollten nicht, dass die jetzt auf einer Strecke von drei Kilometern und Lüttle, wir sind zwar eine kleine Ortschaft, aber die sich über lange Strecke zieht, weil es zum großen Teil aus Hauptstraßen eben besteht. Die Leute wollten nicht 3 km lang mit 30 km h fahren. Da kam das Argument, ja, da brauchen sie nur vom Bahnhof bis zur Gemeinde, kostet sie das nur zwei Minuten mehr. Mit dem Argument sind wir da nicht durchgekommen. Auch was wir in unseren Broschüren, in unseren Informationsbroschüren, die wir davor verteilt haben, mit Plänen, wie das alles aussehen könnten, da waren so Berliner Kissen eingezeichnet, also so Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, die man, die man eben punktuell macht und die, wo die Leute wirklich stark abbremsen müssen, schon auf weniger als dreiig. Und das ist, haben wir dann festgestellt, ein rotes Tuch für die Leute. Und da hat auch den Flyer, den wir dann drei Wochen davor gemacht haben und zu sagen, dass das für uns vom Tisch ist und dass wir keine Berliner Kissen dann verbauen werden, das hat das Ganze nicht mehr gerettet. Die Leute haben, das habe ich in der Zeitung nachher gelesen, haben die Leute gesagt, dass sie sich schon sehr gut informiert gefühlt haben. Aber Lödela bzw. Auch Luxemburg, weil das war auch ein bisschen das Feedback, was ich von anderen Gemeindepolitikern bekommen habe, die großen Respekt gezollt haben, um dieses Referendum überhaupt zu organisieren, aber die schon im Vorfeld sehr, sehr skeptisch waren, dass da ein Jahr rauskommen würde.
In Luxemburg sind die Leute noch nicht für so etwas bereit, obwohl sie sich über den Verkehr aufregen. Und dann noch ein letzter wichtiger Punkt. Ein eines unserer Hauptargumente war auch, dass wir damit den Durchgangsverkehr reduzieren, weil dann die Leute, die nur dadurch fahren, sagen, ja, ich will nicht auf einer Länge von drei Kilometern mit 30 fahren, dann benutze ich eher einen anderen Weg. Und obwohl die Wähler das selber als Argument genommen haben, um zu sagen, ich stimme dagegen, haben sie doch gesagt, ja, den Durchgangsverkehr wird das nicht reduzieren, nicht mal 5 oder 10 Prozent, weil auch das würde uns schon helfen. Und ich bin noch immer überzeugt, dass diese Maßnahme den Durchgangsverkehr reduziert hätte. Es wurde mit Nein gestimmt und das wird auch die Antwort sein. Jedem, der jetzt kommt, es ist zu viel Verkehr, werden wir auf dieses Referendum verweisen und wir haben euch was vorgeschlagen, da müssen sie mit ihrem Nachbarn reden, der dagegen gestimmt hat.
[00:22:48] Speaker C: Das das Resultat war ja doch knapp. Also wir sprechen ja jetzt nicht von 80 20 wie ein anderes Referendum hier in Luxemburg mal geendet hat.
Es waren ja, ich sag mal doch 45 rund 45 Prozent der Einwohner, die dafür gestimmt haben.
Du sprichst jetzt von einer Verdopplung der Bevölkerung.
Ich denke, es ist auch ein Zeitwandel. Da kannst du dir vorstellen, dass du, ich sag mal, wenn die Bürger dir das Mandat noch mal geben würden, dass du von heute in 10 Jahren das Referendum. Noch mal wiederholen würdest.
[00:23:36] Speaker D: Das ist eine Frage, die man zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten kann. Du hast ein nationales Referendum angesprochen, wo es eben 80 20 ausgegangen ist. Klar, da war das Ergebnis ist wesentlich weniger knapp, aber auch ich verweise jetzt mal auf das Brexit Referendum, da haben auch schon viele gefordert, man sollte das wiederholen. Also das ist immer sehr kritisch, wenn man ein Referendum wiederholt bzw. Das kann man eben jetzt nicht vorhersagen. Was wird in zehn Jahren sein, wenn ich dann noch in der Verantwortung sein sollte, wer weiß haben. Die Rahmenbedingungen sind dann vielleicht noch schlimmer geworden im Sinne von, dass wir noch viel mehr Durchgangsverkehr haben.
Bis dahin werden wir auch einige Verkehrsberuhigungsmaßnahmen umgesetzt haben, sodass wir den Leuten vielleicht schon mal die Angst vor diesen Berliner Kissen nehmen könnten. Und vielleicht kann man sich in dem Moment noch mal überlegen, so was zu wiederholen. Aber das ist eine Frage, die man jetzt nicht beantworten kann.
[00:24:35] Speaker B: Spannend zu sehen, welchen Einfluss auch einzelne Bilder auf so eine Kampagne haben. Das finde ich auch ein ganz tolles, ganz was Tolles, was wir mitnehmen sollten, dass man auch bei den Broschüren besonders auf achten muss, weil es ging ja niemals um die Berliner Kisten, sondern es ging immer um eine Gesamtvision für die Stadt.
Wie beeinflusst das Ergebnis dieses Referendums deine Vision für Lloyd Lounge für die nächsten Jahre? Es war ja ein Baustein, sagen wir mal, der Investitionsagenda und auch der Schritte, die du für die nächsten Jahre geplant hast. Was für einen Einfluss hat es und worauf hat es auch vielleicht keinen Einfluss?
[00:25:12] Speaker D: Also wie gesagt, es werden weniger Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auch kommen. Dadurch, dass wir ja auf 50 km h bleiben, brauchen wir da nicht alle 100 Meter irgendeine Verkehrsberuhigungsmaßnahme zu realisieren. Es wird natürlich kostenspannend, das wird uns auch Plan und Planarbeit sparen und auch baustellentechnisch wird es weniger aufwendig werden. Nichtdestotrotz, und das hatten wir auch im Vorfeld des Referendums angekündigt, die Division für Ludelorge ist okay, wenn wir jetzt auf drei, vier, vielleicht eines Tages 5000 Einwohner kommen, dann können wir nicht so weiterfahren wie bislang mit diesen zwei Fahrzeugen. Und deshalb ist dieses Radwegenetz ein essentieller Baustein der Zukunft unserer Gemeinde und darauf wird es keinen Einfluss haben. Und das müssen wir umsetzen, wenn wir nicht im Verkehr ersticken wollen, auch angesichts der Plus Arbeitsplätze, die wir aktuell schon haben und wo es auch nur eine Richtung geben wird nach oben, unabhängig von den politischen Entscheidungen, die getroffen werden, weil die Grundstücke, um diese Arbeit, um die Gebäude für diese Arbeitsplätze zu realisieren, die sind alle schon heute so klassiert, dass man das machen kann. Das heißt, das sind Entscheidungen, die vor 20 Jahren getroffen wurden und die kriegt keiner mehr rückgängig gemacht. Das ist auch ganz klar, weil sonst es ist sicherlich kein Wunsch der Gemeindeführung da jetzt auf Arbeitsplätze zu gehen.
Aber wir müssen mit dem leben, was da ist und wir müssen das akzeptieren, was bereits vor Jahrzehnten auch so genehmigt wurde.
[00:26:51] Speaker C: Man hat dir ja jetzt vorgeworfen in den sozialen Medien, dass du es ja eigentlich, das mit der ER Zone einfach durchziehen hätten solltest und dass du aus aus, ich sag mal, aus deinem, aus deiner eigenen Überzeugung heraus, falls das denn die gewesen wäre, dass du das einfach machen hätten solltest und dass man dann, dass die Leute so ein bisschen wie mit der Tram am Anfang, also wenn man Referendum in der Stadt Luxemburg gemacht hätte, wollen sie die Tram, also ich glaube, die wäre ja auch so ausgegangen, dass die Leute sich dagegen entschieden hatten, wenn wir jetzt ein Referendum 2015 gemacht haben.
Heute schreit jeder ich will auch eine Tramhaltestelle, ich will auch die Tram bei mir durchfahren und das Ministerium muss da irgendwie die Erwartungen ein bisschen runterzügeln. Also glaubst du jetzt rückblickend ist natürlich eine Hätte hätte Fahrradkette Frage, aber hättest du gewusst, dass das Referendum so ausgehen würde, hättest du es dann noch mal gemacht? Und wie reagierst du auf die Kritik von Leuten, die sagen, das sind innovative Themen und die müssen wir treiben und wir als Politiker müssen da die Richtung vorgeben, oder? Weil das, was du ja eigentlich jetzt auch gemacht hast und ich will jetzt ein bisschen ein bisschen weiter ausholen, führt ja wahrscheinlich auch zu mehr Akzeptanz von der Politik. Das heißt, wahrscheinlich könnte man auch argumentieren, dass das, was du jetzt gemacht hast, eine partizipative Marschroute, die du gewählt hast, die vielleicht in Zukunft dafür sorgen wird, wenn wir das in mehr Gemeinden hätten, dass man dann weniger Extreme in den Gemeinden sehen würde und dass da, also dass du da sozusagen die Leute können ja jetzt nicht mehr sagen, das sind die da oben, sondern du hast es ja, also jeder konnte ja seine Stimme dabei abgeben und du hast dich an das gehalten, was demokratisch abgestimmt wurde.
[00:29:08] Speaker D: Das waren jetzt sehr viele Fragen. Ich versuche das bisschen zu bündeln.
1. Ich würde das Referendum in jedem Fall noch mal genauso machen, vielleicht ein bisschen mit den geänderten Erklärungen im Vorfeld. Ich denke, das hätte das Ergebnis trotzdem nicht geändert. Mal davon abgesehen auch. Also wenn man so ein Referendum macht, muss man auch mit einem Nein erstens mal rechnen, dass es dafür ein Potenzial gibt und zweitens muss man von vornherein damit auch leben können. Und beides, beides war der Fall.
Es ist ja wichtig, dass wir die Leute in meinen Augen mehr mit mehr einbinden. Und ja, ich habe das auch gelesen in den sozialen Netzwerken, wo dann Leute schreiben, man hätte das einfach so durchsetzen sollen. Ich habe ja schon davor eine Erklärung gegeben, warum das nicht so einfach wäre, eben weil es schon Man kann ja nicht auf sämtlichen Straßen binnen vier, fünf Jahren diese Verkehrsberuhigungsmaßnahmen umsetzen. Das ist baustellentechnisch nicht zu machen, auch für eine größere Gemeinde, die jetzt mehr Mitarbeiter hat. Man muss das schon nach und nach machen. Das heißt, es wäre ohne Problem möglich gewesen, für einen eventuellen Nachfolger das zu stoppen und deshalb wäre es ohne Mandat der Bevölkerung nicht gegangen. Und dann noch, das ist ein Vorschlag, den wir gemacht haben, auf Basis der Anfragen, die wir von sehr, sehr vielen Bürgern bekommen haben, dass eben die Gemeinde mehr machen muss, um den Verkehr zu beruhigen und zu reduzieren.
Und nochmal, weil es eben so eine radikale Maßnahme ist, muss man das eben mit der Zustimmung der Bevölkerung Bevölkerung machen. Und das haben wir versucht. Andere Gemeinden sollten dem Beispiel folgen. Der Meinung bin ich auch vielleicht nicht so exakt dem Thema. Referendum hat auch immer den Nachteil, es gibt nur Ja, Nein, es gibt keine Grauzonen dazwischen. Klar, es gibt einen Prozentsatz, aus dem man was herauslesen kann, weil Wenn es jetzt 80, 20 Nein gewesen wäre, dann hätte man auch daraus schließen müssen. Die Leute wollen auch keine Verkehrsberuhigung, das wäre dann ein logischer Schluss gewesen, aber 100 Prozent klar ist, das ist das nie. Und die Fragestellung bei einem Referendum, die muss auch immer sehr simpel sein, damit jeder es versteht und damit es auch eine klare Ja Nein Frage ist, weil auch bei Verkehrsbeugung, da gibt es, da kann man den Hocker jetzt 6, 8 oder 10 cm hoch machen, man kann die Straße so und so viel verengen auf der und der Breite, das sind ja alles Fragen, das müssen Planer klären und die und die Politik, dafür kann man kein Referendum machen. Was aber auch noch und was wir den Leuten auch versprochen haben und was wir auch tun werden, ist, dass wir für jede Straße, die wir umbauen, auch entsprechende Workshops im Vorfeld machen werden, wo wir erstens mal die Leute ihre Maßnahmen vorschlagen lassen werden anschließend den Leuten einen ersten Plan zeigen werden noch mal die Vorschläge der Leute mitnehmen und anschließend den finalen Plan den Leuten noch mal vorlegen. Und so schafft man es in der Regel, eine möglichst breite Mehrheit hinter ein Vorgehen zu bekommen. 100 Prozent Zustimmung wird man nie haben. Aber auch die Leute, die vielleicht keine 100 Prozent Zustimmung geben, verstehen, dass die Interessen der einzelnen Einwohner sind oft gegenläufig und nicht jeder kann alles haben. Man kann nicht jedem es recht machen. Und in diesen Workshops, das ist mir aufgefallen, bei anderen Straßen merken die Leute auch, okay, das ist ja gar nicht möglich, dass hier jeder alle seine Wünsche erfüllt bekommt.
[00:33:05] Speaker B: Ich mag das, wie positiv du auch über diese Gespräche sprichst. Also man kann es immer im Podcast nicht sehen, du lächelst dabei, du scheint Auch du hättest gelernt und es waren positive Gespräche. Nicht jeder ist einer Meinung, aber man kommt gemeinsam voran, weil man ein gemeinsames Ziel hat. Ich denke, das ist auch immer eine positive Nachricht, die man hier verbreiten muss, dass man lernt auf dem Weg und das sieht man dir richtig an, wie du das auch positiv mitnimmst.
Reden wir über das Mitnehmen. Was kommt denn als nächstes? Was sind für dich die nächsten Schritte für die Vision von Lloyd Lounge? Wo liegt dein Fokus jetzt sozusagen in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren?
[00:33:49] Speaker D: In den nächsten Wochen und Monaten liegt der Fokus ganz klar mal die Baustelle vom neuen Dorfkern ans Laufen zu bekommen. Da werden jetzt in einer Woche werden die ersten Ausschreibungen dafür laufen und Dann im Frühjahr 2026 soll die Baustelle losgehen. Weil was auch Ich bin ja jetzt dann mit meiner Mannschaft seit zweieinhalb Jahren in der Verantwortung, was sehr wichtig ist, nach nicht so lange, aber auch nicht so kurzer Zeit. Die Leute wollen dann auch mal Ergebnisse sehen und wenn so eine Baustelle startet, dann sehen die Leute im OK, es geht voran. Und wenn das mal am Laufen ist, dann hat man auch seine Teams intern und auch extern, die dann dafür sorgen, dass das auch läuft. Und ich denke, die Vorbereitung, die wir jetzt für das Projekt haben, die ist gut und dann wird das auch einigermaßen laufen. Was uns dann die Möglichkeit gibt, uns auf andere Projekte zu fokussieren, wie zum Beispiel dieses Radwegenetz. Da war ich jetzt vor drei Tagen beim Mobilitätsministerium, wo wir auch da noch mal geschaut haben, okay, was sind denn die nationalen Anforderungen, Anforderungen an solche Radpisten? Weil was wir auf jeden Fall vermeiden müssen, ist, dass jede Gemeinde und wir haben in Luxemburg rund 100 Gemeinden ihr eigenes. Süppchen kocht. Was die Breiten der Fahrradpisten angeht, was die Konzepte angeht, um die Leute zu führen, was auch die Farbe der Rad Pisten angeht, da müssen wir schon eine gemeinsame Linie haben. Die ist nicht immer einfach zu finden, weil überall, wir bauen ja nicht auf der grünen Wiese, sondern in einem existenten Ort. Überall muss man Kompromisse eingehen, aber die Kompromisse sollten, wenn möglich, überall im Land die gleichen sein. Und das ist ein wichtiges Projekt. Und dann auch bezahlbarer Wohnungsbau. Ich habe vom Dorf gerne gesprochen, all diese Geschäfte, die wir da anziehen wollen, aber Dazu gehören auch 39 bezahlbare Wohnungen, die wir als Gemeinde bauen und anschließend vermieten werden. Aber auch an zwei anderen Orten haben wir rund elf Wohnungen, die wir jetzt bauen und eben auch die neuen Viertel, die kommen. Da sind auch immer schon 25 Prozent der Wohnungen, die dort gebaut werden, bezahlbare Wohnungen sein. Die werden zwar nicht von der Gemeinde selber gebaut, sondern von einem öffentlichen Wohnungsträger, weil das unsere internen Kapazitäten sprengen würde, aber bezahlbarer Wohnungsbau noch mal, das ist auch ein sehr wichtiges Thema für uns. Und dann kommt dieser ganze Klimaschutz noch hinzu. Okay, die neuen Gebäude, die sind jetzt alle natürlich schon mit Geothermie, mit Wärmepumpen ausgestattet, aber auch unsere existenten Gebäude müssen wir nach und nach umrüsten. Es läuft uns die Zeit davon. Und zum Beispiel jetzt für den Gemeinde Campus, wofür das Gemeindehaus, also das Rathaus, Kulturzentrum, Schule, Sporthalle drauf haben, auch da planen wir rund 44 Geothermiebohrungen durchzuführen, um eben eine Geothermieenergiezentrale dort aufzubauen, die die nötige Wärme für unsere Gebäude liefert, klimaneutrale Wärme für unsere Gebäude liefert.
[00:36:54] Speaker B: Das klingt wahnsinnig groß und nach wahnsinnig vielen Projekten, was wahrscheinlich auch viel Geld kostet. Jetzt haben wir in Europa in ganz vielen Kommunen ja das Problem, dass die Gelder sehr, sehr klamm sind. Kannst du uns mal so grob sagen, was diese Pläne kosten werden, vielleicht auch so zu Einzelprojekten? Und ich gehe mal davon aus, dass du das nicht alles auf der hohen Kante hast, sondern wie, wie setzt du das dann auch um? Wie finanzierst du diese Projekte?
[00:37:26] Speaker D: Also um jetzt mal auf beim Dorfkern zu bleiben, das Gebäude selber wird rund 36 Millionen Euro kosten.
Den Umbau der Straßen zu einem Shared Space Bereich wird rund 10 Millionen Euro kosten.
Die Gemeinde hat eine Kapazität von 6, 7, 8 Millionen Euro im Jahr, wo wir Überschuss haben, den wir dann in solche Projekte stecken können.
Das sind ja jetzt nur zwei Projekte, die ich genannt habe und auch mit 8 Millionen Überschuss, den Zahlen, die ich genannt habe, leuchtet. Okay, das wird schwierig, das so zu finanzieren. Deshalb versuchen wir eben auch öffentliche Gelder noch zusätzlich zu bekommen, sei es national, aber eben auch europäische Unterstützung für die einzelnen Projekte zu bekommen.
[00:38:18] Speaker C: Du hast ja eben, wir haben es ja vorhin angesprochen, du hast dieses Wachstum, du hast auch, du musst, du bekommst dein Geld. Ja, also das ist ja so in Luxemburg, du hast ein Wachstum, aber du bekommst eigentlich ein aus dem Fond de Dotación bekommst du Geld für die Einwohner, die du heute hast, aber du bereitest eine Infrastruktur ja für morgen eigentlich vor.
Das ist ja doch einmal für die, also für das Ganze eine Herausforderung finanziell. Und vielleicht noch die zweite Frage, die da ein bisschen mitgeht, ist, wenn ich jetzt Einwohner von Leudlonge bin, was habe ich eigentlich davon, wenn lelange sich in 10 oder 20 Jahren verdoppelt? Also was bringt das mir als Einwohner heute, dass es morgen eben mehr Einwohner geben wird? Also machst du das aus einer nationalen oder aus einer internationalen, also oder aus einer lokalen Perspektive, beides lokal und national.
[00:39:23] Speaker D: Was bringt es dem Einwohner, der heute schon dort wohnt? Das ist ganz klar bessere Dienstleistungen, sei es eben durch die öffentliche Nahversorgung, die besser wird. Es bringt ihm bessere Infrastruktur, einen lebenswerten Dorfkern, Radwegenetz, bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr, weil wir haben ja von der Tramstation gesprochen. Radwegenetz und Tramstation gehen Hand in Hand, weil die Tramstation, die wird in der Industriezone sein, dort wo die Arbeitsplätze sind. Das sind rund anderthalb Kilometer, zwei Kilometer vom Ortskern entfernt. Und dieses Radwegenetz soll auch helfen, die Leute zu Fuß B mit dem Rad auch bis zu dieser Tramstation zu bringen. Und diese Erhöhung der Lebensqualität, also Erhöhung der Lebensqualität und Einwohnerzahl, das sind keine Gegensätze. Also diese Erhöhung der Lebensqualität mit diesen Investitionen, die wir angesprochen haben, das ist nur möglich, wenn wir eben auch in puncto Einwohnerzahl steigen und dadurch mehr Einnahmen von nationaler Seite haben. Und ich habe selber, wohne ich seit 33 Jahren im Ort, mit Ausnahme meiner Studienzeit, 90 Prozent der Leute, die mit mir die Grundschule besucht haben, wohnen nicht mehr bei uns in der Gemeinde. Warum? Weil es erstens nicht viel Wohnraum gibt und zweitens den Wohnraum, den es gibt, der ist unbezahlbar. Und das ist auch eine wichtige Botschaft, die wir mitgeben. Wir wollen den Leuten, die heute dort wohnen, auch die Möglichkeit geben, in Zukunft in Leutlingen zu leben, hier wohnen bleiben. Das ist eigentlich unsere Botschaft. Und da kommen wir wieder dann zur nationalen Perspektive.
Die Möglichkeiten, die finanziellen Möglichkeiten, die wir auch heute schon als Gemeinde haben, das ist ja nur der Fall, weil die Wirtschaft in Luxemburg dreht. Die Wirtschaft in Luxemburg, die kann aber nur so weiterdrehen, wenn wir auch genügend Wohnraum zur Verfügung stellen, nochmal Arbeitsplätze, nur ein Viertel davon als Einwohner. Und dann muss man ja auch ganz klar sagen, nur ein geringer Teil unserer Einwohner arbeitet auch tatsächlich in Rue de Lounge. Und wir müssen diesen Leuten, die teilweise über eine Stunde brauchen bis zu ihrem Arbeitsplatz, auch eine Möglichkeit bieten, zumindest einem Teil dieser Leute, weil wir werden nie Einwohner haben oder nicht in den nächsten 40 Jahren. Wir müssen diesen Leuten auch die Möglichkeit geben, bei uns in der Gemeinde zu wohnen. Man kann nicht nur die Vorteile aus dem System rausziehen und die Nachteile bei anderen lassen. So funktioniert die Gesellschaft nicht.
Auf jeden Fall nicht Meine Vision.
[00:42:09] Speaker B: Ich mag das, wie du sagst, das sind alles keine Gegensätze, sondern das eine ist die Grundlage für die Zukunft einfach. Und man hört ja auch in den Projekten, die du umsetzt, Geothermie war dabei, Klimafolgenanpassung war dabei, Schulen, neue Dorfkerne. Da sind viele, sagen wir mal, Wunschlisten von vielen Bürgermeistern aus ganz Europa mit drin. Und deswegen ist es auch, man sieht es im Podcast wieder nicht, wie du, wie du lächelst, wenn du über diese Projekte dann auch sprichst. Jetzt sagst du, du hast noch deine aktuelle Legislaturperiode, läuft noch ein paar Jahre. Was hoffst du denn bis dahin dann auch wirklich schon abgeschlossen zu haben, weil du ja sagst, viele der Projekte werden vielleicht auch noch ein bisschen länger brauchen. Sowas ist sozusagen auch so ein Zwischenziel mal für die nächsten Jahre noch.
[00:43:01] Speaker D: Man muss sich ja mal viel vornehmen und viel anfangen. Und wenn man dann 70, 80 Prozent davon umgesetzt hat, dann kann man, dann ist man auch selber zufrieden mit dem, was man in dem Zeitraum geschafft hat. Wenn man schon klein anfängt und dann davon auch die Hälfte nicht umgesetzt wird, dann hat man ein Problem.
Der Dorfkern, der soll ganz klar bis Ende 2028, Anfang 29 soll dieser fertig sein. Auch diese 55 Wohnungen, die wir oder 51 Wohnungen, die wIR als Gemeinde bauen, die sollen auch fertig sein.
Von diesem Radwegenetz hoffe ich, dass wir, sag mal, 20, 30 Prozent davon auch schon realisiert haben werden, vielleicht auch mehr, aber das habe ich auch festgestellt, überall, wo man schon Grundstücke noch braucht, das braucht einfach Zeit. Und auch genehmigungstechnisch ist das nicht so einfach.
Das können auch 50 Prozent werden. Aber da sage ich, sollten wir nicht zu optimistisch sein, auch was die Gebäude, die Umrüstung der Gebäude umgeht. Diese Geothermie Energiezentrale, das werden wir in zwei Jahren abgeschlossen haben. Wir haben aber noch andere Gebäude, die nicht auf diesem Gemeinde Campus liegen.
Das ist was, was wir erst in ein, zwei Jahren beginnen werden und das wird kaum in den nächsten vier Jahren fertig sein. Und auch verkehrsberuhigungstechnisch versuchen wir den nächsten vier Jahren noch etwas hinzubekommen.
[00:44:29] Speaker B: Schön zu sehen, wie du, wie du kurzfristig arbeitest, kurzfristige Ergebnisse schaffst und doch den langfristigen Blick auf die Zukunft hast, ist vielleicht auch der Vorteil. Kommen wir zurück an den Anfang, was du auch gesagt hast, Mika, bist ein junger Bürgermeister, hast noch viel vor dir. Ist vielleicht auch das, was man häufig vergisst, dass du die Zukunft auch für dich und deine Kinder dann baust, finde ich super. Wir kommen so ein bisschen zum Ende unseres unserer Podcast Folge. Ich möchte aber noch die Möglichkeit geben, unsere Zuhörern was mitzugeben, wenn du sagst, da waren jetzt Themen dabei, über die wollte ich eigentlich sprechen oder die möchte ich Bürgermeistern, Mitarbeitern von anderen Städten und Gemeinden in Europa, vor allem im deutschsprachigen Teil Europas noch mitgeben. Wenn du da noch was hast, ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.
[00:45:18] Speaker D: Wir haben jetzt viel über bautechnische Maßnahmen gesprochen, aber diese ganzen Soft Maßnahmen, nenne ich jetzt mal, die haben wir gar nicht angesprochen. Also wo auch viele Gemeinden in Luxemburg damit kämpfen, besonders die, die im Ballungsraum um die Stadt Luxemburg herumliegen. Das ist das Risiko, zu einer Schlafgemeinde zu verkommen. Das wollen wir ganz klar nicht. Und wir haben auch, und da sind wir bei weitem nicht die erste Gemeinde in Luxemburg, einen Anteil von 42 Prozent nicht Luxemburgern.
Und wir sprechen da nicht mehr von Integration. Wir sprechen da von Zusammenleben. Und in puncto Zusammenleben haben wir auch eine ganze Reihe Events, die wir regelmäßig organisieren. Alles, was Gleichberechtigung ist, um jedem die gleichen Chancen zu geben, egal von wo er herkommt, Mann, Frau, alterstechnisch versuchen wir auch alle mit auf den Weg zu nehmen. Alle Leute wird man da nie erreichen. Aber man muss zumindest die Möglichkeiten geben.
Das was im Man muss ein Angebot schaffen. Und das sind auch Leute, die mir Wir haben zwar keine Zeit, ihr Angebot wahrzunehmen, aber wir sind mal froh, dass es das überhaupt gibt und wir schätzen das. Und all diese Softmassnahmen Events und Wiederbelebung des Ortskerns ohne oder neben den baulichen Maßnahmen das ist auch ein sehr wichtiger.
[00:46:48] Speaker B: Kern unserer Politik mit einem Team, das nur ein bisschen über 30 Personen.
Das finde ich immer noch beeindruckend. Danke dafür.
[00:46:56] Speaker C: Ja, wir haben ja hier noch ein Segment, Hot Take of the day.
[00:47:16] Speaker D: Das ist eine gute, gute Frage, eine Meinung formuliere, die umstritten ist.
Ich bin prinzipiell nicht gegen Gemeindefusionen, weil viele, Wir haben ja 100 Gemeinden in Luxemburg und es gibt nicht wenige, die sagen, das sind viel zu viele waren auch vor paar Jahren waren es rund 120, aber ich bin der Meinung, es hängt wirklich stark von Gemeinde zu Gemeinde ab, auch von ihrem Umfeld, ob eine Gemeinde fusionieren sollte oder nicht.
Weil was ich auch gemerkt habe, eine kleine Gemeinde wie unsere kann viel wesentlich agiler sein als eine große Gemeinde. Also die Projekte, die wir in dem Zeitraum durchziehen, wo wir sie durchziehen, das wäre in einer größeren Gemeinde, ich nenne jetzt keine Namen, unmöglich.
[00:48:13] Speaker B: Das finde ich sehr spannend, ist ja oft ein Thema auch in ganz Europa sozusagen Gemeinde mehr zusammenzuschießen, weil es hatte Effizienzvorteile. Das ist immer so die Überschrift des Ganzen. Aber wie du ja auch sagst, muss ja nicht so sein.
[00:48:24] Speaker D: Überall, wenn ich immer lese, war ja Bürgermeisterwahl in New York, dann lese ich, okay, New York hat so ein Budget und so und so viel Mitarbeiter, dann teile ich das immer so mit einem Dreisatz bringe ich das dann immer auf fleudlons runter Und da muss ich sagen, wir haben, du hast es angesprochen, mit unseren 35 Mitarbeitern haben wir ein kleines Team und auch in puncto Einwohnerzahl ist das Team noch immer klein. Wenn wir uns auf die Stadt Luxemburg oder New York hochprojizieren würden, dann müssen wir eigentlich rund 100 Mitarbeiter haben. Und deshalb bin ich in den letzten zwei Jahren, seit ich eben Bürgermeister bin, zu der Überzeugung gekommen, dass mehr Einwohner nicht zwangsläufig mehr Effizienz heißt. Es müsste das heißen, Da bin ich einverstanden, Aber die Realität ist eine andere.
[00:49:16] Speaker B: Sehr spannender Take, der freut mich sehr. Das ist auf jeden Fall ein Hot Take.
Wir haben immer eine letzte und wiederkehrende Frage, die wir allen unseren Gästen stellen und du bist sozusagen der Erste aus Luxemburg, der die beantwortet und es geht um, wir haben das ja auch im Namen bei uns drin als Babel Smart City. Was ist für dich persönlich eine Smart City? Was macht die aus?
[00:49:38] Speaker D: Smart City ist für mich eine Stadt, ein Dorf, eine Gemeinde, wo jeder die nötigen Informationen hat, wo eine Gemeinde es auch schafft, dass jeder an die nötigen Informationen kommt und was die Gemeinde ja auch möchte und dass auch all diese Systeme, die wir oder Baumaßnahmen, die wir realisieren, dass das auch zu einer verbesserten Lebensqualität vom einzelnen Bürger beiträgt. Das ist für mich eine Smart City.
[00:50:08] Speaker B: Das ist eine wunderbare Antwort. Und so kommen wir heute zum Ende unserer ersten Episode hier aus Luxemburg. Lou, vielen, vielen Dank.
[00:50:14] Speaker D: Ja, vielen Dank auch von mir und.
[00:50:17] Speaker B: Ein großes Dankeschön hier auch an meinen Co Moderator Mika, vielen, vielen Dank.
[00:50:20] Speaker C: Danke, Alex.
[00:50:21] Speaker B: Es hat wirklich Spaß gemacht.
Ich hoffe, ihr hattet alle Spaß, wenn ihr jetzt noch zuhört. Das war eine tolle Folge und mir persönlich auch viel Spaß gemacht, viel gelernt auch Vielen, vielen Dank. Vergesst nicht, ihr könnt jederzeit auch solche Projekte und ähnliche Projekte aus ganz Europa kostenlos auf unserer Plattform Babel Smart Cities EU euch angucken. Loggt euch ein, schaut euch Smart City Projekte, Lösungen und Implementierungen aus ganz Europa an, Lernt voneinander, implementiert, seid agil, so wie Louis. Ich wünsche euch einen schönen Tag. Auf Wiedersehen.